Motivation

 

 

Die 10 Gebote der Motivation

(Aus «Motivation» von H. Frei)

1. Jedem Unterricht soll eine klare Zielsetzung, Konzeption und Planung zugrunde liegen.
Wir ergründen vorgängig das «Warum» unseres Tuns.
Ein Verhalten ist erst dann als motiviert zu bezeichnen, wenn ein bewusstes Ziel verfolgt wird. Wer nicht weiss, wohin er will, braucht sich nicht   zu wundern, wenn er ganz woanders ankommt.

2. Jeder gute Unterricht sucht das Interesse der Schüler zu wecken, ihre Mitarbeit zu gewinnen und damit den Unterrichtsprozess in Gang zu bringen und zu erhalten.
Der Schüler soll ein erstrebenswertes Ziel vor Augen haben. Ein Ziel, das für ihn erreichbar ist. «Das schaffst Du nie…» oder ähnliche Äusserungen wirken demotivierend.

3. Jeder gute Unterricht orientiert sich in seinem Aufbau am Schüler.
Der Schüler soll dort abgeholt werden, wo er ist. Unterrichtsplanung, Unterrichtstempo und Methodik orientieren sich nicht an Normen («so war es immer…»)   sondern am Schüler.

4. Der gute Unterricht basiert auf einem optimalen partnerschaftlichen Verhältnis zwischen Lehrperson und Schüler.
Vertrauensbezug, Partnerschaft, «Wellenlänge» bzw. «Chemie» sollen stimmen.

5. Im guten Unterricht werden die psychologischen Grundmotivationen (Grundbedürfnisse) des Menschen respektiert.
Gegenseitige Anerkennung zwischen   Mitschülern und zwischen Schülern und Lehrpersonen.
Das Selbstwertgefühl aller am Unterricht beteiligten Personen soll gestärkt werden, damit die eigene Identität nicht verloren geht.

6. Im guten Unterricht werden möglichst viele Erfolgserlebnisse möglich gemacht, dadurch wird die Lernfreude des Schülers erhalten und verstärkt; dazu gehört auch die richtige Anwendung von Lob und Tadel.
Erfolg stärkt das Selbstvertrauen. Ständiger Tadel lähmt und tötet letztendlich die Initiative.

7. Im guten Unterricht wird alles vermieden, was Unbehagen und Angst erzeugen könnte. Gewünscht ist eine gelöste, freundliche Atmosphäre, nicht Missmut sondern Ermutigung. Angst und Unbehagen verhindern Lern- bzw. Lehrerfolg. Allfällige Ängstlichkeit oder Minderwertigkeitsgefühle wirken zusätzlich lähmend.

8. Der gute Unterricht vermeidet sowohl Über- als auch Unterforderung und kommt der Erwartungshaltung des Schülers soweit wie möglich entgegen.
Überforderung erzeugt ein Gefühl des Unbehagens. Das Resultat ist Abwehr, schliesslich Unterrichtsstörung und gar Aggression. Unterforderung erzeugt Langeweile, die Anreize fehlen. Das Resultat sind Frustration, Resignation («ich lerne eh nichts…») Abwehr und schliesslich auch Unterrichtsstörung und Aggression.

9. Guter Unterricht kann nur zustande kommen, wenn auch das Elternhaus und das soziale Umfeld mithelfen.
Eltern, Familienangehörige und andere Personen im sozialen Umfeld des Schülers, also auch seine Kameraden und Schulkollegen sollen unterstützen, Mut machen, begleiten und ihn ernst nehmen. Diese Anteilnahme motiviert, bietet Anreiz, wirkt als Verstärkung und ist in diesem Sinne auch ein Erfolgserlebnis.

10. Für das Zustandekommen eines guten Unterrichts sind auch möglichst gute Rahmenbedingungen wichtig.
Liebevoll gestaltete Unterrichtsräume, die gut, anregend und sinnvoll eingerichtet sind.

 

 
     
 

 

 

 

 

 

 

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